This website uses cookies

Read our Privacy policy and Terms of use for more information.

Das erste, echte Facelift des ID.3

VW hat dem ID.3 schon vor einiger Zeit ein kleines Facelift spendiert. Aber um ehrlich zu sein: Das war defacto nicht wirklich Eines. Deshalb sage ich jetzt einfach: Das ist das erste Facelift, das der MEB-Plattform Pionier nach 6 Jahren (!) erhalten hat.

Von der Seite betrachtet hat sich nicht wirklich viel verändert. Die Silhouette ist noch immer gleich und in dem Fall nichts Schlechtes. Von vorne ist es ein komplett neues, anderes Auto. Hier hat VW die neuen Konzern-Designsprache etabliert. Vorne gibt es jetzt ein durchgängig beleuchtetes Band inklusive leuchtendem VW Logo. Und mit den Lufteinlässen wirkt das Auto sportlicher. Hinten hat Volkswagen keinen nennenswerten Kleinigkeiten angepasst.

Doch die größte Änderung sieht man im Innenraum und da hat sich der deutsche Autokonzern ordentlich ins Zeug gelegt. Schuld daran sind Kunden und Reviewer. Der Reihe nach.

Knöpfe, Android Automotive OS und mehr

Ich habe die Touchtasten nicht so schlimm wie viele Andere gefunden. Besonders Reviewer haben sich an denen gestört und so hat sich VW nach sechs Jahren entschieden diese Touchoberflächen in die Pension zu schicken. Stattdessen gibt es Knöpfe wie anno dazumals. Knöpfe wohin das Auge reicht.

Neben dem Knöpfe-Himmel, gibt es bei der Software auch ein großes Update. Wobei Update hier mit Vorsicht zu genießen ist. Denn: Bestandsfahrzeuge werden von Android Automotive OS nicht profitieren können. Das neue Betriebssystem bleibt allen neuen Modellen aus dem Hause VW, Cupra, Škoda und Co. vorbehalten. Da reicht wohl die Hardware einfach nicht um das neue Betriebssystem ordentlich laufen zu lassen.

Jedenfalls: Mit Android Automotive OS kann sich Volkswagen endlich auf das Wesentliche konzentrieren… Die Experience verbessern. Gut, in den Software-Versionen im ID.7 und Co., war die Software schon deutlich besser als damals in meinem 1st Edition ID.3, der mit einer unfertigen Version auf den Markt gekommen ist. Man hat sich damals eingebildet unbedingt selbst was auf die Beine zu stellen, statt einen Unterbau mit Android Automotive OS zu nehmen und auf dem aufzubauen.

Jetzt gibt es Highlights wie:

  • Digitaler Schlüssel

  • Google PlayStore

  • Schnellere und bessere Bedienung

  • Themes - es gibt ein Retro-Tacho wie beim Golf 1

  • und vieles mehr

Akkus und Motoren

Das Thema Reichweite nach WLTP werde ich absichtlich totschweigen. Weil WLTP schlicht irreführend und von der Realität komplett entkoppelt ist.

Der Neo wird mit folgenden Akkus verfügbar sein:

  • 50 kWh

  • 58 kWh

  • 79 kWh

Welche Reichweiten man damit erreichen kann ist dann schlecht ausgerechnet. Im Winter wird man wohl um die 18 kWh brauchen. Somit schafft man mit dem 50 kWh Akku rund 270 km, mit dem 58 kWh Akku 320 km und mit dem 79 kWh Akku 430 km.

Und im Sommer sinds wahrscheinlich 15 kWh und damit steigen die Reichweiten. Hängt natürlich auch von der Fahrweise ab. Und ob ich auf der Autobahn 120 oder 130 bzw. 140 km/h fahre. 120 sind übrigens der “Sweetspot”. Aber, wie heißt es so schön: Jeder wie er will, solange man sich an das Tempolimit hält. Die 140 km/h sind übrigens für meine polnischen Leser gedacht.

Neben den drei Akkuvarianten, wird es auch drei Motorvarianten geben:

  • 125 kW → 170 PS

  • 140 kW → 190 PS

  • 170 kW → 231 PS

Die 231 PS Variante wird wohl der “GTI” werden und kann nur mit dem großen Akku genommen werden. Warum dem so ist? Hier geht es um die Leistung, die der Akku ausgeben kann.

Ladegeschwindigkeiten

Die beiden kleineren Akkus, 50 und 58 kWh, schaffen 105 kW an der Ladesäule. Enttäuschend muss ich sagen. Denn “mein” alter ID.3 1st Edition mit dem 58 kWh Akku hat 130 kW in der Spitze geschafft. Ja, Peak ist nicht alles - wichtiger ist die Ladekurve und da bleiben hoffentlich alle bei einer brauchbaren Zeit, die für mich heißt: Maximal 25 Minuten von 10 auf 80%. Alles Andere wäre eine Enttäuschung.

Der 79 kWh Akku kann 183 kW ziehen. Kommen wir zum…

Fazit

Der ID.3 Neo ist das, was der ID.3 hätte von Beginn an sein sollen. Ein frisches, gut aussehendes Auto mit Stil und einem Interieur, das überzeugt. Volkswagen hat nun sechs Jahre braucht um den ID.3 in einen Zustand zu bringen, wo man ohne schlechtes Gewissen sagen kann: GREIF ZU, wenn du einen elektrischen Golf suchst. Wobei der ja auch noch kommen soll. Aber solange er nicht da ist, ist der Neo die richtige Wahl.

Das Unternehmen hat auf Kunden gehört und hat sich sowohl von Klavierlack als auch den Touchtasten verabschiedet. Eingezogen sind mit Stoff überzogene Oberflächen, ein neues Fahrerdisplay und eine Software, die ENDLICH hält, was sie verspricht und wo man als Kunde endlich auch was davon hat.

Reply

Avatar

or to participate

Keep Reading